Depression erkennen und behandeln

Wer depressiv ist, ist nicht nur traurig.

Depression und Traurigkeit werden häufig gleichgesetzt, obwohl es erhebliche Unterschiede gibt. Eine Depression im medizinischen Sinne hingegen ist eine ernste Erkrankung. 

Betroffene können sich meist nicht aus eigenem Antrieb aus depressiven Phasen herausziehen. Meist vergraben sie sich eher immer tiefer darin, wenn die depressive Störung nicht behandelt wird. Doch das kann fatale Folgen haben. Wir klären Sie auf, was eine Depression genau ist, wie sie entsteht, wie man sie behandeln kann und worauf Sie achten sollten.

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Wie behandelt man eine Depression?

Depressionen zu behandeln ist wichtig, denn je länger man wartet, desto schwerwiegender können die Symptome werden und umso gefestigter wird die jeweilige depressive Störung. Haben Sie die Vermutung, dass Sie oder Angehörige von Ihnen an einer Depression erkrankt sind, ist daher schnelles Handeln wichtig. 

Ist eine Depression heilbar? Wird frühzeitig eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut bei Depression aufgesucht, wird der Leidensweg für Betroffene erheblich verkürzt. Je früher die Behandlung beginnt, umso besser lässt sich die Depression heilen. Ohne Behandlung besteht jedoch das Risiko, dass aus einer depressiven Episode eine chronische Depression wird. 

Doch auch für eine chronische Depression bestehen Heilungsaussichten; hier wird die Therapie individuell und Im Rahmen der Psychotherapie gibt es unterschiedliche Therapieformen, die angewandt werden können, um depressive Störungen zu behandeln. Dazu zählen zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie, die systemische Therapie oder auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. störungsspezifisch angepasst und dauert entsprechend länger. 

Mögliche Therapieformen bei Depression

Im Rahmen der Psychotherapie gibt es unterschiedliche Therapieformen, die angewandt werden können, um depressive Störungen zu behandeln. Dazu zählen zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie, die systemische Therapie oder auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Ob eine Einzel- oder Gruppentherapie sinnvoller ist, entscheiden die entsprechenden Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit Ihnen. Ebenso, ob Sie Ihre Depressionen ambulant behandeln können oder ein teil- bzw. vollstationärer Aufenthalt sinnvoller wäre. 

Welche Therapieform für Sie am besten geeignet ist, empfiehlt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin nach einem umfassenden Anamnese-Gespräch. Das richtet sich individuell nach Ihrem persönlichen Krankheitsbild. Ebenso, wie lange bei Ihrer Depression die Behandlungsdauer angesetzt wird. 

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Therapien

Erfahren Sie mehr über unser KIRINUS-Therapieangebot bei Depression

Eine Therapie zur Behandlung von Depressionen wird bei KIRINUS immer individuell auf Sie und Ihr Krankheitsbild ausgerichtet. Um Ihre Depressionen zu behandeln, stehen uns verschiedene Therapieformen zur Verfügung. 

  • Kognitive Verhaltenstherapie unter Berücksichtigung der Biografie

    Ziel der kognitiven Verhaltenstherapie ist, die Ursachen der Depression und der aktuellen Probleme zu ergründen – auch im Rahmen einer biografischen Arbeit - und sie im Hier und Jetzt zu lösen. Sie lernen verschiedene Lösungsansätze und Strategien und erarbeiten neue Sicht- und Verhaltensweisen. Sehr oft bestehen Zusammenhänge zwischen dem aktuellen störungsspezifischen Problemverhalten und nicht erfüllten Grundbedürfnissen in der Kindheit und späteren Lebensphasen. Gemeinsam mit Ihnen gehen wir ihnen auf den Grund.

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)

    Die Dialektisch-Behaviorale Therapie basiert auf der kognitiven Verhaltenstherapie und nutzt zudem u.a. die Ansätze der Achtsamkeit. Wir bei KIRINUS haben diese Therapieform weiterentwickelt und sie für die Therapie bei Depressionen angepasst. 

  • Therapeutisches Training zur Reaktivierung und Erleichterung Emotionaler Prozeduren (TREEP)

    Dieses Training ist so konzipiert, dass Ihr Selbstwertgefühl gestärkt und ihre Achtsamkeit aufgebaut und gefestigt wird. Im Zuge dieser Therapieform lernen Sie, belastende Verhaltens- und Denkmuster zu verändern und so eigene Problemlösestrategien zu entwickeln.

  • Schematherapie

    Die Schematherapie ist eine erlebnisorientierte und sehr transparente Therapieform, die den Emotionen, welche mit verschiedenen Erlebnissen verbunden sind, einen hohen Stellenwert einräumt. Sie bietet gerade bei schweren Störungen ein plausibles Erklärungs- und Behandlungsmodell.

Schätzungsweise 16 bis 20 von 100 Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Depression. Doch nicht jede Tiefphase oder jeder Erschöpfungszustand ist direkt eine depressive Verstimmung oder Störung.

Psychiatrische und psychotherapeutische Kliniken und Praxen zur Behandlung bei Depression

Ob eine ambulante oder teil- bzw. vollstationäre Therapie am sinnvollsten ist, legen unsere Ärztinnen und Ärzte immer individuell und störungsspezifisch fest. Welche Therapie Sie auch antreten - in unseren KIRINUS-Kliniken und Behandlungszentren sind Sie rundum bestens aufgehoben. Unsere teilstationäre Behandlungin der Tagesklinik kann einen vollstationären Aufenthalt in einer Klinik für Psychosomatik ersetzen. 

Wenn Sie sich gemeinsam mit unseren Ärztinnen und Ärzten für eine stationäre Behandlung Ihrer Depression entscheiden, werden Ihnen die komfortable Ausstattung, die herzlichen Teams und das einladende und charmante Ambiente unserer Kliniken den Aufenthalt mehr als angenehm gestalten. Wir helfen Ihnen, mit einem Klinikaufenthalt bei uns Ihre Depression zu überwinden. 

Sie wissen nicht, welche Klinik die beste Option für Sie ist? Dann sprechen Sie uns an! Wir bieten Ihnen verschiedene Klinikformen bei Depressionen, von der stationären psychosomatischen Akutklinik bis hin zur Tagesklinik. 

Krankheitsbild Depression

Symptome und Anzeichen: Woran erkennt man eine Depression?

Wussten Sie, dass schätzungsweise 16 bis 20 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens eine Depression entwickeln? Und doch ist nicht jeder Erschöpfungszustand oder jede Tiefphase eine depressive Verstimmung oder Störung. Aber woran erkennt man eine Depression? 

Um die Depression als solche diagnostizieren zu können, müssen die Niedergeschlagenheit und die Erschöpfung mindestens zwei Wochen andauern. Normale Tiefphasen gehen meist nach kurzer Zeit selbst vorüber, wohingegen unterschiedliche Trauerphasen durchaus länger dauern können.

Wenn Sie an einer Depression leiden, verlieren Sie das Interesse an vielen Dingen, Sie werden lustlos, Ihnen fehlt der Antrieb. Bei fortschreitender Krankheit fällt es Ihnen sogar schwer, morgens aus dem Bett aufzustehen. Sie fühlen sich innerlich leer und hoffnungslos? Sie haben kein Interesse mehr daran, Ihren Hobbys nachzugehen oder Freunde und Familie zu treffen? Dann sind das alarmierende Zeichen, die auf eine Depression hindeuten können!

Zu den Hauptsymptomen zählen

  • dauerhafte niedergeschlagene Stimmung
  • innere Leere
  • kein Interesse mehr an Hobbys oder sozialen Kontakten
  • Freude und andere positive Gefühle werden nicht mehr empfunden
  • Antriebslosigkeit und Erschöpfung

Nebensymptome können sein

  • starke Selbstzweifel
  • Schuldgefühle & Selbstvorwürfe
  • kein sexuelles Interesse mehr
  • extreme Müdigkeit und/oder Schlafstörungen
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Angstzustände
  • Appetitlosigkeit
  • Negative Sicht auf sich und die Zukunft

Depression bei Männern erkennen

Frauen sind statistisch doppelt so oft von einer Depression betroffen wie Männer. Bei vielen Männern werden depressive Störungen aber oft auch gar nicht oder erst sehr viel später festgestellt. Sie weisen oft andere Merkmale auf als die oben geschilderten Symptome der Depression.

Bei Männern zeigen sich häufig Begleiterscheinungen wie starke Reizbarkeit und Aggression, geringe Impulskontrolle und wenig Stresstoleranz. Einige sind deutlich risikofreudiger als gewöhnlich und konsumieren erheblich mehr Alkohol, Koffein oder rauchen mehr. Diese Merkmale einer Depression beim Mann werden oft nicht gleich der psychischen Erkrankung zugeordnet und daher als solche erkannt.

Depressionen bei Kindern erkennen

Nicht nur Erwachsene gehören zur Patientengruppe für depressive Störungen: Auch Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter können - ebenso wie Teenager - bereits von einer Depression betroffen sein. Unter anderem der steigende Leistungsdruck und das soziale Umfeld können vielen Kindern zu schaffen machen. 

Hierbei kann sie verschiedene Formen annehmen wie auch eine Disruptive Launenfehlregulationsstörung bis hin zu einer schweren oder sogar dauerhaften depressiven Störung.

Depression: Symptome bei Kindern nicht immer eindeutig

Die Symptome können allerdings bei Kindern schwanken. Einige versinken in tiefe Traurigkeit, während andere enorm reizbar werden. Oft haben sie kein Interesse mehr an Freizeitaktivitäten jeglicher Art. Viele Symptome wie Schlafstörungen, häufige Kopfschmerzen, oder starke Gewichtsschwankungen ähneln aber denen bei Erwachsenen.

Traurigkeit und Stimmungsschwankungen sind nichts Ungewöhnliches, speziell nach belastenden Ereignissen. Gerade in der Pubertät sind Stimmungsschwankungen praktisch an der Tagesordnung, was das Erkennen einer Depression nicht gerade leichter macht. Nicht selten ändert sich das Verhalten der betroffenen Kinder aber um 180 Grad.

Depressionen bei Kindern behandeln

Bei Kindern kann sich eine schwere depressive Störung unter Umständen noch von selbst innerhalb von 6 bis 12 Monaten bessern. Es besteht jedoch das Risiko, dass die Erkrankung erneut auftritt, gerade, wenn die erste Episode bereits in jungen Jahren stattfand und einen schweren Verlauf aufwies.

Nicht immer verschwindet die Depression bei Kindern auch wirklich vollständig von selbst. Daher ist es durchaus sinnvoll, auch in jungem Alter mit den Kindern bei Verdacht auf eine Depression einen Psychotherapeuten aufzusuchen. So ersparen Sie Ihrem Kind einen langen Leidensweg und es kann wieder Spaß an seinem Leben haben. 

Symptome können sich mit Begleiterkrankungen überschneiden

Depressionen weisen eine Vielzahl von Merkmalen und Symptomen auf, die sich auch mit anderen psychischen bzw. psychosomatischen Erkrankungen überschneiden. So kann eine Erschöpfung auch auf ein Burnout hindeuten, Schlafstörungen und Angstzustände oder sogar Suizidgedanken auf ein Borderline Syndrom. Eine klare Diagnose der Depression und zeitnahe Hilfe sind immens wichtig, denn im schlimmsten Fall kann eine schwere Depression ohne Behandlung auch zum Suizid führen.

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Auswirkungen

Depression und Suizid: die unterschätzte Gefahr

Die dauerhaft negativen Gedanken können in schweren Fällen der Depression dazu führen, dass sich bei den Betroffenen Suizidgedanken einstellen. Diese Gefahr wird häufig unterschätzt. Doch gerade mit zunehmendem Alter gibt es verschiedene Lebensphasen, in denen das Suizid-Risiko besonders hoch ist.

Statistiken belegen, mehr als 50% der Menschen, die durch Suizid sterben, an einer Depression gelitten haben. Oft liegt der Grund darin, dass die depressive Erkrankung nicht erkannt und dadurch auch nicht behandelt wurde. Darum ist es wichtig, dass mithilfe einer stationären oder ambulanten Psychotherapie der Depression rechtzeitig entgegengewirkt wird.

Gedankenwelt bei Depressionen oft trist und aussichtslos

Wie können Sie aber bei Betroffenen eine Depression erkennen? Personen, die mitten in einer Depression stecken, haben meist nicht mehr die Kraft, ihre Gedanken aus dem Tief herauszuholen. Sie sehen keine Perspektiven, haben das Gefühl, nichts mehr zu schaffen, suchen die Schuld bei sich. Zu dem geringen Selbstwertgefühl und dem Grübeln stellen sich zusätzlich Konzentrations- und Gedächtnisstörungen ein.

Unterschiedliche Diagnosen der Depression

Depressionen werden prinzipiell in leichte, mittlere und schwere Formen unterteilt. Um den Schweregrad festlegen zu können, muss jeweils seine unterschiedliche Anzahl von Kriterien erfüllt sein.

Wissen

FAQ

  • Wie entsteht eine Depression?

    Wie genau eine Depression entsteht, ist noch nicht gänzlich bekannt und es gibt unterschiedliche Theorien dazu. Genetische Veranlagungen und ein Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn können aber ebenso eine Rolle spielen, wie beispielsweise hormonelle Einflüsse, anhaltender Stress, traumatische Erlebnisse oder spezifische Persönlichkeitsfaktoren.

    Auch fehlgeleitete Entwicklungen in der Kindheit, wie ein zu ängstlicher Erziehungsstil, können bei der Entstehung einer Depression mitverantwortlich sein.

  • Kann man Depressionen ohne Therapie überwinden?

    Im Erwachsenenalter verschwinden Depressionen ohne Behandlung meist nicht von selbst. Es gibt zwar Phasen, in denen sie unterschiedlich stark ausgeprägt sind, allerdings wird man ohne eine ambulante oder stationäre Therapie die Depression oft nicht einfach so los. 

    Wird die Depression nicht erkannt und behandelt, kann sie sich jedoch weiter festigen und verstärken. Die Betroffenen geraten in eine Negativspirale, die sie immer weiter hinab zieht und im schlimmsten Fall zum Suizid führen kann. 

  • Was ist der Unterschied zwischen Burnout und Depression

    Die Merkmale einer Depression und eines Burnouts ähneln sich in vielen Aspekten, gerade was das Thema Erschöpfung und Antrieb angeht.

    Jedoch sind beides eigenständige Symptomkomplexe. Ein Burnout kann allerdings in eine Erschöpfungsdepression übergehen, wenn es nicht erkannt und behandelt wird. Darum sollte bei langanhaltender Erschöpfung immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.