17. September 2026

Borderline-Therapie: Wenn die Gefühle Achterbahn fahren

Mit KIRINUS den Gefühlen wieder mehr Stabilität geben

ø
4,7

2205 Bewertungen

KIRINUS Gesamt

Quelle: retamo.de

Stand: 10.2026

Birgit Maier
Birgit Maier
Leitende Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Eine Borderline-Therapie bzw. eine Therapie bei einer diagnostizierten Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) ist wichtig, damit die Betroffenen mit den Anforderungen des Alltags klarkommen. Die Borderline-Störung (früher auch Borderline-Syndrom genannt) ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch ausgeprägte Impulsivität sowie emotionale und zwischenmenschliche Instabilität gekennzeichnet ist. Daher wird Borderline-Erkrankung auch offiziell als emotional-instabile Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs im ICD-10 aufgeführt. 

Betroffene dieser Persönlichkeitsstörung leiden unter heftigen Gefühls- und Stimmungsschwankungen und extremer innerlicher Anspannung. Viele Borderline-Patientinnen und -Patienten neigen daher zu selbstschädigendem Verhalten, Drogenmissbrauch oder riskanten Aktivitäten. Eine gezielte Behandlung ist wichtig, um wieder Struktur und Stabilität in das Leben der Betroffenen zu bringen. 

Jetzt Ersttermin vereinbaren
Behandlung

Borderline-Therapie: Mit gezielter Behandlung zu mehr Stabilität

Die wichtigste Komponente bei gezielter Behandlung von Borderline ist Psychotherapie. Hierbei gibt es verschiedene Methoden und Ansätze, die je nach Schwere und Ausprägung einzeln oder auch miteinander kombiniert eingesetzt werden können. 

Dazu gehören beispielsweise die die DBT  (Dialektisch-Behaviorale Therapie), Schematherapie, oder auch die übertragungsfokussierte bzw. Übertragungsfokussierte Psychotherapie (Transference Focussed Psychotherapy / TFP). Ebenso hat sich die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT-Therapie) zur Borderline-Behandlung bewährt. 

Je nach Bedarf kann auf eine ergänzende medikamentöse Behandlung zurückgegriffen werden, um Borderline zu behandeln. Beispielsweise bei zusätzlichen Begleiterkrankungen wie Depression oder Angststörungen. Medikamente allein können eine BPS nicht heilen, was eine umfassende und auf das Krankheitsbild abgestimmte Therapie bei Borderline-Störungen unerlässlich macht. 

Ihre Therapie starten
Therapien

Borderline-Hilfe: Therapiemöglichkeiten bei KIRINUS Health

Damit bei einer BPS bzw. bei Borderline  die Therapie wirklich hilfreich ist, stimmen wir die Behandlungen immer individuell auf die Bedürfnisse und das Krankheitsbild unserer Patienten und Patientinnen ab. So helfen Ihnen unsere erfahrenen Teams aus Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie und unsere Psychotherapeuten bei Borderline, damit Sie sich der besonderen Herausforderung stellen können.

Mit maßgeschneiderter Behandlung und einer guten Portion Durchhaltevermögen der Betroffenen können die Symptome gut bewältigt werden, um ihr Leben wieder mit mehr Zufriedenheit und nach ihren Bedürfnissen gestalten zu können.

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)

    Die DBT ist eine Form der kognitiven Verhaltenstherapie und kann auf das jeweilige Krankheitsbild individuell abgestimmt werden. Neben der bewährten Einzeltherapie lernen unsere Patientinnen und Patienten in sogenannten Skills-Trainings für Borderline spezielle Fertigkeiten, die ihnen beim alltäglichen Umgang mit der Störung behilflich sind. 

  • Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT)

    Der Fokus der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) liegt im Hier und Jetzt. Sie kann ambulant, teilstationär oder vollstationär eingesetzt werden. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Mentalisieren: Patientinnen und Patienten lernen, ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen sowie die anderer Menschen besser zu verstehen. Eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung unterstützt diesen Prozess. Die MBT kann als Einzel- oder Gruppentherapie sowie in teamgestützten Therapien stattfinden.

  • Schematherapie bei Borderline

    Die Schematherapie wird oft bei schweren Störungen wie der Borderline-Störung eingesetzt und ist eine erlebnisorientierte Form der Therapie. Sie liefert Patientinnen und Patienten ein plausibles Erklärungs- und Behandlungsmodell und räumt den erlebten Emotionen einen hohen Stellenwert ein. 

  • Übertragungsfokussierte Psychotherapie

    Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (engl. Transference Focused Psychotherapy, kurz „TFP“) ist eine psychodynamische Therapieform, die zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen eingesetzt wird. Der Schwerpunkt ist, dass sich während der therapeutischen Beziehung im Rahmen von Übertragung und Gegenübertragung die Auswirkungen von nicht hilfreichen Abwehrmechanismen, Problemen mit dem Selbstbild oder auch belastende Beziehungserfahrungen zeigen. Dabei liegen der Therapie psychoanalytische Prinzipien zugrunde mit einem sehr strukturiertem Behandlungsansatz.

Die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet von Impulsivität und Instabilität. Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre inneren Gefühlszustände zu kontrollieren und zu regulieren.

Mit individueller Therapie bei Borderline-Störung zurück ins Leben

Bei KIRINUS Health haben Sie auch die Möglichkeit, neben der ambulanten Therapie bei Borderline eine stationäre Therapie oder eine teilstationäre Therapie in unserer Tagesklinik zu erhalten. Welche Option für Sie die beste ist, entscheiden unsere Therapeutinnen und Therapeuten gemeinsam mit Ihnen. In sicherem Umfeld und mit gezielter Behandlung der Borderline-Störung finden Betroffene bei uns wieder ihren Weg zurück ins Leben. 

Filterung

KIRINUS Einrichtungen, die Borderline behandeln

angezeigt von Standorten
Gesprächssituation im Wartezimmer von KIRINUS

KIRINUS Praxis Sendlinger Tor

Sendlinger-Tor-Platz 7, Eingang Pettenkoferstraße
80336 München
Route Planen

Filterung
Ursachen und Entstehung

Wie entsteht die Borderline-Störung?

Nach aktuellem Forschungsstand können genetische Faktoren dazu beitragen, dass manche Menschen besonders empfindlich auf emotionale Reize reagieren und Gefühle sehr intensiv erleben. Treffen diese Veranlagungen auf frühe belastende Erfahrungen – etwa Trauma, Gewalt, Vernachlässigung oder wiederholte Ausschlusserfahrungen –, kann dies zu einem schmerzhaften Gefühl führen, mit den eigenen Emotionen und Bedürfnissen nicht verstanden oder ernst genommen zu werden. In der Folge können sich ungünstige Bewältigungsmuster entwickeln, beispielsweise selbstschädigendes Verhalten. Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung – auch emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ genannt – ist unter anderem durch Schwierigkeiten bei der Emotionsverarbeitung und -regulation gekennzeichnet. Forschungen weisen dabei auf Besonderheiten im Zusammenspiel verschiedener emotionsverarbeitender Hirnbereiche hin. Diese Veränderungen sind jedoch nicht zwangsläufig dauerhaft: Das Gehirn bleibt lernfähig. Durch eine geeignete Therapie können Betroffene lernen, ihre Gefühle besser zu verstehen und zu regulieren.

Unterschiedliche Borderline-Typen

Die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet von Impulsivität und Instabilität. Betroffene haben Schwierigkeiten, ihre inneren Gefühlszustände zu kontrollieren und zu regulieren. Mit der Zeit empfinden sie die innere Anspannung als unerträglich. Die Ausprägung der Borderline-Störung fällt jedoch unterschiedlich aus. 

Die Weltgesundheitsorganisation (kurz: WHO) unterscheidet bei der Störung zwei Typen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung:
 

  • der impulsive Typ ist vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität & mangelnde Impulskontrolle
  • der Borderline-Typ eher durch Störung des Selbstbildes, intensive und unbeständige Beziehungen, innere Leere und Neigung zu selbstschädigendem Verhalten und Suizidalität

Je nach Ausrichtung können die Symptome unterschiedlich auftreten. 

Fünf Personen, die sich über die Borderline-Therapie unterhalten
Symptome

Typische Borderline-Symptome erkennen

Es gibt Symptome, die prägnant und auch sehr breit bekannt sind für die Borderline-Störung. Dazu kann zum Beispiel in manchen Fällen das sogenannte “Ritzen” zählen, ebenso wie extreme Stimmungsschwankungen und exzessive Bemühungen, um beispielsweise vom Partner oder von der Partnerin nicht verlassen zu werden. Doch es gibt noch einige Merkmale mehr, die von Fachleuten für eine gesicherte Borderline-Diagnose herangezogen werden: 
 

  • intensive, aber instabile zwischenmenschliche Beziehungen
  • Impulsivität in selbstschädigenden Bereichen
  • Selbstverletzung oder Suizidgedanken, bzw. -versuche
  • chronisches Gefühl von Leere
  • Identitätsstörung
  • vorübergehende, stressabhängige paranoide Vorstellungen bzw. Verfolgungswahn oder dissoziative Symptome
  • unangemessen starke Wut oder Schwierigkeiten Wut und Ärger zu kontrollieren 

Borderline-Anzeichen: Unterschiede bei Männern und Frauen?

Prinzipiell sind die Symptome und Anzeichen für Borderline bei Frauen ähnlich zu denen von Borderline bei Männern. Allerdings neigen Männer tendenziell häufiger zu impulsivem Verhalten. Ein häufigeres Auftreten der Erkrankung bei dem einen oder anderen Geschlecht ist allerdings nicht gegeben.

Leben zwischen dem Wunsch nach Geborgen-Sein und der Angst vor Nähe

Bezeichnend ist, dass Betroffene meist nur in Schwarz- Weiß-Kategorien denken, andere idealisieren oder herabwerten sowie Angst vor Nähe oder Angst vor dem Verlassenwerden haben. Ihre Gefühlswelt wird häufig beherrscht von Ohnmacht, Schuld, Verachtung und Scham. Alles in allem sehr intensive Emotionen, die zufriedenstellende zwischenmenschliche Beziehungen schwer machen. 

Ihre starken Selbstzweifel äußern sich in teilweise explosivem Verhalten im Alltag, was zu manchen Konflikten sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben führen kann. Ein fortlaufender Kreislauf, aus dem die Betroffenen sich selbst nur selten befreien können. 

Borderline-Beziehungen: Auf und Ab der Gefühle

Viele Beziehungen mit Borderline-Betroffenen sind intensiv und instabil. Unerwartete Stimmungswechsel stellen das gemeinsame Miteinander auf eine harte Probe. Oft wird der Partner oder die Partnerin idealisiert und als Seelenverwandte gesehen. Allerdings reagieren Personen mit Borderline häufig eifersüchtig, wenn diese noch weitere Freundschaften pflegen. Das führt dann nicht selten zu Trennungen.

Direkt Kontakt aufnehmen
Wissen

FAQ

  • Was ist Borderline?

    Das Borderline-Syndrom oder die emotional-instabile Persönlichkeitsstörung ist eine Störung der Persönlichkeit, die sich durch Impulsivität und Instabilität auszeichnen. Die Gefühle, Einstellungen und Gedanken der Betroffenen können sich innerhalb von Minuten ändern. 

    Ihre intensiven und ständig schwankenden Gefühle sorgen bei Borderline-Betroffenen für eine innere Anspannung, die sich aufbaut und mit der Zeit unerträglich wird. Dies führt häufig zu sogenanntem dysfunktionalem Verhalten wie zum Beispiel selbstverletzendes Verhalten, Essattacken, Erbrechen oder riskantes Sexualverhalten, um diese Anspannung zu lindern. 

  • Wie verhält man sich bei Menschen mit Borderline?

    Am wichtigsten ist es, Menschen mit BPS keine Vorwürfe zu machen. Sie können nichts für die Symptomatik bzw. die Ausprägung ihrer Störung. Das mag je nach Situation schwer sein und schwierig zu verstehen. 

    Dennoch ist es ebenso wichtig, Grenzen zu setzen, an die sich Partnerinnen oder Partner mit BPS halten müssen. Allerdings hilft es, sie sanft, aber konsequent darauf hinzuweisen, dass sich an der Beziehung selbst nichts ändert. Sonst empfinden sie Grenzen schnell als Zurückweisung.