Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) Therapie

Traumastörungen behandeln und verarbeiten

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (auch Posttraumatische Störung, Posttraumatisches Belastungssyndrom oder kurz PTBS genannt) tritt als Folge eines traumatischen Ereignisses auf und ist eine ernstzunehmende, psychische Erkrankung. Traumatische Erfahrungen wie Unfälle, Überfälle, Kriege, Naturkatastrophen oder auch Missbrauch lösen eine immense Welle an Gefühlen wie Angst, Entsetzen oder Bedrohung aus. Diese sind oft so intensiv, dass Betroffene sie nicht wirklich verarbeiten können. 

Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann unmittelbar nach dem Erlebnis, aber auch erst Wochen oder Monate später auftreten. Sie beeinträchtigt die Betroffenen erheblich im Alltag und daher sollte man die PTBS unbedingt behandeln lassen.

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PTBS Behandlung - mit gezielter Traumatherapie zurück ins Leben

Ist eine Posttraumatische Belastungsstörung heilbar? Generell ja. Je früher eine gezielte Traumatherapie durchgeführt wird und die Betroffenen sich in eine gezielte PTBS-Behandlung begeben, desto schneller bekommen sie auch die Kontrolle über ihren Alltag wieder zurück. Die ungewollt auftretenden Erinnerungen können reguliert und verarbeitet werden und beeinträchtigen nicht mehr in Alltagssituationen. 

Die Traumatherapie wird von speziell in der Psychotraumatologie ausgebildeten und erfahrenen Psychiatern oder Psychotherapeuten vorgenommen. In der Regel wird die Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen ambulant durchgeführt. In besonders schweren Fällen, bei zusätzlichen Begleiterkrankungen - sogenannten Komorbiditäten oder auch in Abhängigkeit der Lebenssituation kann es sinnvoll sein, die Traumatherapie teilstationär oder stationär durchzuführen.

Die 3 Phasen der PTBS-Behandlung

Als erstes gilt es sicherzustellen, dass die Betroffenen vor weiteren Traumatisierungen geschützt sind. Die erste Phase der Behandlung einer PTBS gilt als Stabilisierungsphase. Sie bildet die Grundlage und ist ein wichtiges Element der Traumatherapie. 

In Phase eins erlernen Betroffene Entspannungsübungen und andere spezifische Techniken, um mit ihren Alpträumen, Ängsten, traumatischen Bildern, oder auch mit z. B. problematischem Verhalten wie Selbstverletzung umzugehen. 

Phase zwei der PTBS-Behandlung widmet sich der Traumaaufarbeitung. Sie findet erst statt, wenn die Betroffenen psychisch stabil sind und sich zu diesem Schritt bereit fühlen. Durch gezielte Traumakonfrontation mithilfe des Therapeuten oder der Therapeutin werden Bilder, Gefühle und Erinnerungen mithilfe von Prolongierter Exposition wiedererlebt, die mit den traumatischen Erlebnissen zusammenhängen. 

In Phase drei geht es darum, die Erlebnisse zu akzeptieren, neue Lebensperspektiven aufzubauen und mithilfe neuer Bewältigungsstrategien Rückfällen vorzubeugen. Zusätzlich zur PTBS-Behandlung trainieren die Betroffenen unter anderem, ihre sozialen Fähigkeiten und lernen, ihren Alltag wieder sinnvoll zu gestalten. 

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Posttraumatische Belastungsstörung: Therapie und Behandlung

Eine ausgeprägte PTBS lässt sich in der Regel kaum ohne gezielte Traumatherapie überwinden. Alltägliche Situationen und Erlebnisse können die Erinnerungen und Bilder wieder hervorrufen und so einen normalen Alltag unmöglich machen. 

Wir bei KIRINUS Health bieten Ihnen im Rahmen der PTBS-Therapie ambulante Hilfe, die speziell auf Ihre Traumaproblematik zugeschnitten ist. Frauen, die in Folge von körperlicher oder sexueller Gewalt unter PTBS leiden, finden bei uns auch ein stationäres Therapieangebot. 

Zu den bei uns verwendeten Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten können je nach Bedarf und Behandlungsort gehören: 

 

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTBS)

    Diese Therapiemethode hat sich bei PTBS als sehr erfolgreich bewiesen. Die dialektisch-behavioralen Aspekte nach Marsha Linehan werden mit traumaspezifischen Behandlungselementen wie beispielsweise kognitiven und expositionsbasierten bzw. konfrontativen Methoden kombiniert. Ziel ist, Strategien zum Umgang mit Anspannungs- und Gefühlszuständen zu erarbeiten und ein traumatisches Erlebnis in sicherem Rahmen zu verarbeiten. 

  • Prolongierte Expositionstherapie

    Diese von Edna B. Foa entwickelte Therapieform unterstützt die Betroffenen, sich ihren Traumaerinnerungen kontrolliert, wiederholt und länger anhaltend zuzuwenden. Zuerst in der Vorstellung, dann auch in realen Situationen, welche vorher angstbedingt gemieden wurden. Vorab erfolgt eine umfassende Psychoedukation und das Erlernen beruhigender Atemtechniken, um den Traumaerinnerungen besser begegnen zu können.

  • Imaginary Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT)

    Dieses Therapieverfahren bearbeitet traumatische Erinnerungen in drei Phasen in der Vorstellung der Betroffenen. Sozusagen auf der „inneren Bühne“. Dazu gehören Phase 1: das Wiedererleben belastender Bilder und assoziierten Emotionen des Traumas.

    Phase 2: Die Konfrontation und Entmachtung des Täters durch das aktuelle Ich.

    Phase 3: Die Entwicklung von Bildern, die der Beruhigung, Tröstung und der Versöhnung zwischen dem traumatisierten Ich und dem aktuellen Ich dienen.

  • EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

    Bei dieser Form handelt es sich um einer sogenannten Expositionstherapie, bei der die Betroffenen den Fingern der Therapeutin oder des Therapeuten folgen, während die Hand hin und her bewegt wird. Diese Stimulation hilft dem Gehirn dabei, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und so die belastenden Erfahrungen besser verarbeiten zu können. 

Eine PTBS belastet nicht nur das Privatleben. Auch die Leistungsfähigkeit im Berufsleben ist bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung eingeschränkt.

Mit KIRINUS Health die PTBS überwinden

In unseren Praxen, Kliniken und unserer Institutsambulanz bieten wir in einem sicheren Umfeld für unsere Patienten ein speziell ausgearbeitetes Behandlungsspektrum. Unsere Ärzte- und Therapeutenteams unterstützen Betroffene auf ihrem Weg aus der PTBS und helfen ihnen, wieder zurück ins Leben zu finden. 

Symptome und Anzeichen

Anzeichen für PTBS ernst nehmen

Die meisten Menschen erleben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal ein traumatisches oder katastrophales Erlebnis. Viele davon schaffen es, dieses zu überwinden, ohne psychische Erkrankungen davonzutragen. Oft zeigen sich jedoch auch erst Wochen oder Monate später die ersten Anzeichen, die darauf hindeuten, dass von den Traumata doch etwas zurückgeblieben ist: eine Posttraumatische Belastungsstörung. 

Dass sich eine PTBS entwickelt oder bereits entwickelt hat, zeigt sich in der Regel dann, wenn ungefährliche Situationen im Alltag Schlüsselreize auslösen, die an das Traumata erinnern (sogenannte Trigger). Das wiederum kann oft starke körperliche Symptome hervorrufen wie Atemnot, Herzrasen, Zittern oder auch Übelkeit. Diese Vorfälle häufen sich in der Regel mit der Zeit

Betroffene leiden im Zuge ihrer Posttraumatischen Belastungsstörung unter Symptomen wie häufig auftretende Flashbacks, Alpträume und sich immer wieder aufdrängende Bilder (Intrusionen). Das führt zu dauerhafter Anspannung und Gereiztheit bis hin zu Angstzuständen. Oft wissen Familie und Freunde nicht, wie sie helfen sollen. 

Merkmale einer ausgeprägten PTBS

Neben den oben genannten Anzeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung gibt es noch weitere mögliche PTBS-Symptome. Dazu zählen zum Beispiel

  • physische Reaktionen wie Atemnot, Schüttelfrost, Zittern oder Herzrasen
  • kognitive Reaktionen wie Gedächtnisverlust, Konzentrationsprobleme oder Sprachschwierigkeiten
  • emotionalen Reaktionen wie Aggression, Hilflosigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Orientierungsverlust

Kann man mit PTBS arbeiten? 

Eine PTBS belastet nicht nur das Privatleben enorm, sondern auch das Berufsleben. So ist bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung die Leistungsfähigkeit in vielen wichtigen Bereichen eingeschränkt. Mit fortschreitender Steigerung der Symptome und Ausprägung können Betroffene mit einer posttraumatischen Belastungsstörung auch arbeitsunfähig werden. 

 

Verlauf und Dauer

Posttraumatische Belastungsstörung: Verlauf und Dauer variieren

Wie bei vielen psychischen Erkrankungen gibt es auch bei der Posttraumatischen Belastungsstörung keinen festgeschriebenen Verlauf, der für alle Patientinnen und Patienten gleich gilt. Bei manchen Betroffenen treten die ersten Anzeichen für eine PTBS bereits während oder kurz nach dem Trauma auf, bei anderen erst einige Wochen oder sogar Monate später, so dass die Symptome der PTBS erst gar nicht zugeordnet werden. 

Die Behandlung einer PTBS ist ein langwieriger Weg. Mit einer auf das jeweilige Störungsbild zugeschnittenen Behandlung dauert sie in der Regel um die 36 Monate. Wird sie nicht erkannt oder unbehandelt gelassen, kann eine PTBS durchaus einige Jahre dauern. 

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FAQ

  • Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung?

    Die PTBS ist eine psychische Erkrankung, die sich als Folge eines schweren traumatischen Erlebnisses entwickeln kann. Dazu können Gewalterlebnisse, Überfälle, Krieg oder auch Naturkatastrophen zählen. 

    Eine Posttraumatische Belastungsstörung liegt dann vor, wenn Betroffene mehr als vier Wochen lang typische Symptome für eine PTBS zeigen, wie zum Beispiel Flashbacks, Angststörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder auch Alpträume. 

  • Was tun bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung?

    Wenn Sie bei sich Anzeichen für eine posttraumatische Belastungsstörung feststellen, sollten Sie sich psychotherapeutische Hilfe suchen. Das kann im ersten Schritt der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Diese überweisen Sie dann an die entsprechenden Psychotherapeuten. 

    Behandelt wird die PTBS in der Regel von Psychologischen Psychotherapeutinnen oder -therapeuten. Diese erstellen gemeinsam mit Ihnen einen Maßnahmenplan für die weitere Behandlung und helfen Ihnen, das Trauma zu überwinden. 

  • Wie helfe ich jemandem mit Posttraumatischer Belastungsstörung?

    Ganz wichtig ist, dass Sie den Betroffenen zeigen, dass sie Ihnen vertrauen können. Sie können beispielsweise helfen, eine stabile Routine im Alltag aufzubauen. Helfen Sie ihnen, Ruhe zu finden, zum Beispiel mit gemeinsamen Entspannungsübungen. 

    Wenn die Betroffenen dazu bereit sind, reden Sie mit Ihnen über das erlebte Trauma. Und ganz wichtig: Hören Sie zu! Zeigen Sie ihnen, dass Sie Anteil nehmen und für sie da sind. Nehmen Sie sich dafür Zeit und führen Sie solche Gespräche nicht zwischen Tür und Angel.