Enuresis und Enkopresis: Behandlung und Beratung

Wenn die Psyche die Blasen- und Darmkontrolle der Kinder beeinträchtigt

Eine psychotherapeutische Behandlung von Enuresis und Enkopresis ist dann sinnvoll, wenn hinter der verzögerten oder wieder verlorenen Kontrolle über Blase und/oder Darm eine psychische Ursache steht. Das gilt besonders für Kinder nach dem fünften Lebensjahr, weil berücksichtigt werden sollte, dass viele Kinder als sogenannte “Spätentwickler” häufig erst ungefähr zum fünften Lebensjahr die Kontrolle über Blase und Darm erlangen. 

Ist dies noch nicht geschehen oder fängt das Kind nach einer längeren Trockenphase wieder an, einzunässen oder einzukoten, sollten Sie mit einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt sprechen. Sind körperliche Ursachen (wie zum Beispiel zu geringe Blasenkapazität) ausgeschlossen, können dem Problem psychische Ursachen zugrunde liegen. 

Enuresis und Enkopresis mit psychischen Ursachen lassen sich gut behandeln. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Behandlung von Enuresis und Enkopresis sowie deren Ursachen.  

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Enuresis behandeln: Hilfe gegen Einnässen

Eine psychotherapeutische Behandlung von Enuresis oder Enkopresis ist nicht nur bei Kindern nach dem fünften Lebensjahr sinnvoll. Sie kann auch früher schon zum Einsatz kommen, wenn das betroffene Kind unter der Problematik leidet. 

Häufig ergeben sich aus der Problematik des Einnässens auch weitere psychische für die Kinder. Diese schämen sich meist für das Einnässen, Eltern und/oder Betreuungs- oder Lehrpersonal reagiert nicht selten genervt. Zudem kann noch hinzukommen, dass die betroffenen Kinder von ihren Geschwistern oder anderen Kindern stigmatisiert und aufgezogen werden. 

Bei der Behandlung von Enuresis hat sich die Verhaltenstherapie als sehr wirksam erwiesen. Sie greift auf verschiedene Methoden wie beispielsweise gezieltes Blasentraining oder Belohnungspläne zurück. 

Welche Methoden genau zum Einsatz kommen, hängt unter anderem vom Alter des Kindes und auch dessen Entwicklungsstand ab. Darum wird ein genauer Therapieplan gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind von unseren Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Rahmen der persönlichen Gespräche erstellt. 

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Enuresis Therapie: gemeinsam Ihr Kind stärken

Psychologische Gründe für verlängertes oder erneutes Einnässen oder Einkoten gibt es viele. Darum ist es uns wichtig, Ihr Kind, seine persönliche Problematik und auch die familiäre Situation in unseren gemeinsamen Gesprächen kennenzulernen. 

So können wir die Behandlung der Enuresis oder Enkopresis bestmöglich auf Ihr Kind abstimmen. Ziel ist es dabei unter anderem auch, auf weitere psychische Begleiterkrankungen (sogenannte Komorbiditäten) einzugehen, das Selbstbewusstsein und die Selbstwahrnehmung Ihres Kindes zu stärken und ihm so die Kontrolle über den eigenen Körper zu vermitteln. 

  • Verhaltenstherapie

    Die Verhaltenstherapie zielt unter anderem auf eine Veränderung des Trinkverhaltens und des Toilettenverhaltens der betroffenen Kinder ab. Sie sollen wieder lernen, genug zu trinken, den Reiz der Blase oder des Darms bewusst wahrzunehmen und vor allem diese kontrolliert zu entleeren. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es je nach Alter des Kindes verschiedene Methoden, wie zum Beispiel spezielle Belohnungspläne, gezieltes Blasentraining oder auch die sogenannte apparative Verhaltenstherapie mithilfe der sogenannten Klingelhose.

Liegt neben der kindlichen Harninkontinenz (Enuresis) auch eine Stuhlinkontinenz (Enkopresis) vor, wird diese in der Regel zuerst behandelt. 

Zuverlässige Hilfe bei Enuresis und Enkopresis

Sie und Ihr Kind leiden unter der Problematik des Einnässens und/oder Einkotens? Unsere Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in unseren Praxen helfen Ihnen, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden. 

In gemeinsamen Gesprächen finden wir die Ursache für das Einnässen heraus und stellen fest, ob bei Ihrem Kind weitere psychische Erkrankungen oder Störungen vorliegen. Zusammen legen wir einen individuellen Therapieplan fest und besprechen, welche Behandlungsmaßnahmen in Ihrem Fall am sinnvollsten sind. 

Vereinbaren Sie einen Termin mit uns und gemeinsam bekommen wir die Enuresis oder Enkopresis in den Griff!

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Definition und Ursachen

Wann spricht man von Enuresis oder Enkopresis?

Enuresis bezeichnet das Einnässen im Kindesalter nach dem fünften Lebensjahr. Bis zu diesem Alter gilt das Einnässen sowohl in der Nacht als auch tagsüber noch als normal.  Viele Kinder erreichen als sogenannte “Spätentwickler” erst um das fünfte Lebensjahr herum die Kontrolle über ihre Blase, ohne dass eine krankhafte Ursache besteht. 

Bei der Enuresis wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden. Zum einen nach dem zeitlichen Faktor, ob das betroffene Kind bereits “trocken” war oder die Kontrolle bislang noch gar nicht erlangt hatte: 

  • Primäre Enuresis: nächtliches Einnässen ohne eine längere Trockenphase
  • Sekundäre Enuresis: erneutes Einnässen nach einer Trockenphase von mindestens sechs Monaten 

Zudem wird nach dem tageszeitlichen Auftreten der Enuresis unterschieden. Denn nicht immer bleibt es beim nächtlichen Bettnässen. Bei vielen Kindern tritt die Problematik auch tagsüber auf: 

  • monosymptomatischen Enuresis: Die betroffenen Kinder sind tagsüber unauffällig und das Einnässen geschieht nur nachts.
  • nicht-monosymptomatische Enuresis: Die betroffenen Kinder leiden auch tagsüber unter Beschwerden wie häufigem Harndrang, Haltemanövern oder ungewolltem Urinverlust. 

Enuresis Ursachen: Was sind die Auslöser fürs Einnässen?

Gerade bei der sekundären Enuresis, der bereits eine längere Trockenphase vorausgegangen war, liegt die Ursache für das erneute Einnässen häufig in emotionalem Stress. Oft sind die Auslöser starke Veränderungen im persönlichen Umfeld. Diese können vielfältig sein: ein neues Geschwisterchen, ein weiterer Umzug, verstorbene Haustiere oder Angehörige oder auch eine Trennung der Eltern. 

Bei älteren Kindern können zudem psychische Belastung im Schulalltag hinzukommen. Stress in der Schule oder Probleme mit anderen Schülerinnen und Schülern können dazu führen, dass Kinder auch nach langer Trockenphase wieder einnässen. 

Darum ist es wichtig, den Ursachen im Rahmen der Psychotherapie auf den Grund zu gehen, sofern körperliche Auslöser ausgeschlossen wurden. Wenn psychische Probleme die Auslöser sind, reicht es nicht aus, die offensichtlichen Enkopresis- oder Enuresis-Symptome, also das Einnässen oder Einkoten, zu behandeln. Werden die Ursachen nicht behoben, kann das Problem sonst jederzeit wieder auftreten.  

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FAQ

  • Was ist Enuresis?

    Als Enuresis wird kindliches Einnässen bezeichnet, das über die “normale” Zeitspanne bis zum fünften Lebensjahr hinausgeht. Dabei umfasst der Begriff sowohl das eigentliche Bettnässen, also das nächtliche Einnässen (Enuresis nocturna), als auch das Einnässen am Tag (Enuresis diurna). 

    Die Enuresis wird üblicherweise erst nach dem fünften Lebensjahr diagnostiziert, weil viele Kinder als sogenannte “Spätentwickler” die Blasenkontrolle erst um das vierte oder fünfte Lebensjahr herum erlernen. 

  • Was bedeutet sekundäre Enuresis?

    Von der sekundären Enuresis spricht man in der Medizin, wenn Ihr Kind bereits trocken war und nach längerer Trockenphase plötzlich wieder anfängt, sich nachts oder auch tagsüber einzunässen. 

    Gründe hierfür oft in emotionalem Stress zu finden. Sei es das persönliche Umfeld, welches sich stark verändert hat oder auch das schulische Umfeld mit Lernstress oder Problemen mit anderen Schülerinnen und Schülern. 

  • Was kann man gegen Bettnässen tun?

    Zuerst einmal sollten durch eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt körperliche Ursachen für das Einnässen ausgeschlossen werden. Ebenso können Sie sich an eine kinderurologische Praxis wenden. 

    Ist dies der Fall, liegen meist psychische Auslöser zugrunde. Diese herauszufinden und zu beheben, helfen Ihnen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Mit einer gezielten Verhaltenstherapie und individuellen Maßnahmen gewinnt Ihr Kind sein Selbstbewusstsein und seine Kontrolle über die Blase zurück.