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KIRINUS Gesamt

Quelle: retamo.de

Stand: 06.2026

Sommerstart für die Haut – gut geschützt in die Sonne und in die Urlaubszeit

Der Sommer startet – und mit ihm beginnt auch die Zeit von Freibad, Badesee, Garten, Sport im Freien und Sommerurlaub. Dr. med. Clarissa Allmacher, Ärztliche Leiterin und Chefärztin Dermatologie der KIRINUS PsoriSol Klinik, erklärt, worauf es beim richtigen Hautschutz ankommt.

Ein medizinischer Fachbeitrag von Dr. med. Clarissa Allmacher 
(Fachärztin für Dermatologie und Allergologie sowie Ärztliche Leiterin und Chefärztin Dermatologie der KIRINUS PsoriSol Klinik)

Der Sommer startet – und mit ihm beginnt auch die Zeit von Freibad, Badesee, Garten, Sport im Freien und Sommerurlaub. Gerade jetzt wird Sonnenschutz besonders wichtig, denn UV-Strahlung kann die Haut auch bei milden Temperaturen oder leichter Bewölkung belasten. Ich als Hautärztin möchte erklären, worauf es beim richtigen Hautschutz ankommt und wie Erwachsene, Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut gut geschützt durch den Sommer kommen.

Warum Sonnenschutz jetzt besonders wichtig ist

Sonne tut gut. Sie macht gute Laune, entspannt, fördert unser Wohlbefinden und ist lebenswichtig für uns. Gleichzeitig wird bei all den positiven Eigenschaften der Sonne der richtige Schutz der Haut häufig vergessen oder unterschätzt.

Viele Menschen benutzen Lichtschutzprodukte erst im Urlaub oder nur an wolkenfreien Hochsommertagen. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Sonnenschutz ist kein reines Urlaubsthema – und auch kein Thema, das erst beginnt, wenn die Temperaturen sehr hoch sind. UV-Strahlung wirkt im Alltag: beim Spaziergang, beim Sport, im Garten, auf dem Spielplatz, im Freibad, am See oder auf dem Weg zur Arbeit.

Gerade jetzt, Anfang Juni, ist ein guter Zeitpunkt, die eigene Sonnenschutz-Routine zu überprüfen. Die Haut ist nach den kühleren Monaten oft noch nicht an intensive Sonne gewöhnt, gleichzeitig verbringen wir wieder deutlich mehr Zeit im Freien. Und bald beginnt für viele Menschen die Sommerurlaubszeit – mit noch mehr Sonne, Wasser, hellen Flächen und längeren Aufenthalten draußen.

Gemeinsam gegen Hautkrebs: Bewusster Umgang mit der Sonne

Im Mai stand bundesweit wieder die Aufklärungskampagne „Gemeinsam gegen Hautkrebs“ im Mittelpunkt. An der Kampagne beteiligen sich jedes Jahr Hautärzte in ganz Deutschland. Auch wir in der KIRINUS PsoriSol Klinik sind dabei, denn wir möchten möglichst viele Menschen über die Risiken von UV-Strahlung aufklären und zu einem bewussten Umgang mit der Sonne motivieren.

Hautkrebsprävention beginnt nicht erst, wenn eine auffällige Hautveränderung sichtbar wird. Sie beginnt viel früher: mit Information, konsequentem Sonnenschutz, regelmäßiger Selbstbeobachtung und dermatologischer Vorsorge.

UV-Strahlung: Was sie mit der Haut macht

UV-Strahlung kann die Haut akut und langfristig schädigen. Akut zeigt sich das häufig als Sonnenbrand: Die Haut rötet sich, spannt, schmerzt oder schält sich später. Doch auch ohne sichtbaren Sonnenbrand kann UV-Strahlung Schäden in der Haut verursachen.

Chronische Schädigungen durch UV-Einstrahlung können sich unter anderem äußern durch:

  • Pigmentflecken und Hyperpigmentierungen
  • vorzeitige Hautalterung
  • Faltenbildung
  • raue oder dauerhaft gereizte Hautstellen
  • ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs

Weißer Hautkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Deshalb ist ein bewusster Umgang mit Sonne so wichtig. Jede vermiedene übermäßige UV-Belastung ist ein Beitrag zur langfristigen Hautgesundheit.

Gebräunte Haut ist kein Zeichen von Gesundheit

Noch immer wird gebräunte Haut häufig mit Gesundheit, Fitness und Erholung verbunden. Aus dermatologischer Sicht ist Bräune jedoch vor allem eine Schutzreaktion der Haut.

Wenn die Haut braun wird, reagiert sie auf bereits erfolgte UV-Belastung. Sie bildet vermehrt Pigment, um sich gegen weitere Strahlung zu schützen. Auch die sogenannte Lichtschwiele, also eine Verdickung der Hornschicht, entsteht als Reaktion auf UV-Strahlung.

Gebräunte Haut bedeutet also nicht, dass die Haut gesund ist. Sie zeigt vielmehr, dass die Haut sich gegen zu viel Sonne verteidigen musste.

Auch Wolken, Wasser und heller Sand erhöhen das Risiko

Ein häufiger Irrglaube lautet: Wenn der Himmel bewölkt ist, braucht die Haut keinen Schutz. Das stimmt so nicht. Auch bei leichter Bewölkung kann die UV-Belastung hoch sein.

Besonders am Wasser – etwa im Freibad, am See oder am Meer – werden Sonnenstrahlen durch Wasseroberflächen und hellen Sand zusätzlich reflektiert. Dadurch kann die UV-Exposition selbst dann deutlich sein, wenn sich die Sonne nicht durchgehend zeigt. Auch in den Bergen oder auf hellen Flächen kann die Strahlung intensiver wirken.

Wer badet, schwimmt, schwitzt oder sich abtrocknet, verliert außerdem schneller einen Teil des aufgetragenen Sonnenschutzes. Deshalb ist regelmäßiges Nachcremen wichtig – auch bei wasserfesten Produkten.

Die drei Säulen des wirksamen Sonnenschutzes

Ein guter Sonnenschutz besteht aus drei zentralen Bausteinen: dem richtigen Produkt, der ausreichenden Menge und der korrekten Anwendung.

1. Die richtige Produktwahl

Ich empfehle in vielen Situationen einen hohen Lichtschutzfaktor, vorzugsweise LSF 50. Besonders wichtig ist das bei heller oder empfindlicher Haut, bei Kindern, bei längeren Aufenthalten im Freien, am Wasser, in den Bergen oder im Sommerurlaub.

Sonnenschutzprodukte gibt es heute in vielen Formen:

  • Cremes, besonders bei trockener Haut
  • Lotionen und Fluide, häufig angenehm bei fettiger Haut
  • Sprays für eine einfache Anwendung unterwegs
  • Sticks für empfindliche oder besonders exponierte Stellen
  • spezielle Produkte bei Sonnenallergie
  • Sonnenschutz für Sport und starkes Schwitzen
  • Produkte für Kinderhaut

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen physikalischen und chemischen Filtern. Physikalische Filter reflektieren und streuen UV-Strahlung. Chemische Filter nehmen UV-Strahlung auf und wandeln sie um. Chemische Filter „weißeln“ meist weniger und werden deshalb von vielen Menschen als angenehmer empfunden.

Wichtig ist: Das beste Sonnenschutzprodukt ist das, das zum Hauttyp passt und regelmäßig verwendet wird. Wer seinen Hauttyp kennt, findet heute auch in Drogeriemärkten eine große Auswahl geeigneter Produkte.

2. Die ausreichende Produktmenge

Viele Menschen verwenden zu wenig Sonnencreme. Dann wird der angegebene Lichtschutzfaktor in der Praxis nicht erreicht.

Als Faustregel gilt:

1 Teelöffel für Gesicht und Hals
3 Esslöffel für den restlichen Körper

Bei Erwachsenen entspricht das ungefähr 30 bis 40 Millilitern für eine Ganzkörperanwendung.

Besonders häufig vergessen werden Ohren, Nacken, Haaransatz, Scheitel, Lippen, Handrücken, Fußrücken und Schultern. Gerade diese Stellen sind im Sommer oft stark der Sonne ausgesetzt und sollten sorgfältig geschützt werden.

3. Die korrekte Anwendung

Damit Sonnenschutz richtig wirken kann, sollte er rechtzeitig vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Eine gute Orientierung ist: etwa 30 Minuten vorher eincremen.

Ebenso wichtig ist regelmäßiges Nachcremen – besonders nach dem Baden, Schwimmen, Schwitzen und Abtrocknen. Das gilt auch dann, wenn ein Produkt als wasserfest gekennzeichnet ist. Wasser, Schweiß und Handtücher tragen den Schutzfilm auf der Haut teilweise wieder ab.

Wichtig zu wissen: Nachcremen erhält den Schutz, verlängert aber nicht unbegrenzt die mögliche Zeit in der Sonne. Schatten, Kleidung und Pausen bleiben weiterhin wichtig.

Kleidung schützt oft am besten

Sonnencreme ist wichtig, aber sie ist nicht der einzige Schutz. Der beste Sonnenschutz ist häufig textiler Schutz.

Sinnvoll sind:

  • luftige, hautbedeckende Kleidung
  • dicht gewebte Stoffe
  • spezielle UV-Schutzkleidung, besonders für Kinder
  • ein Hut oder Cap
  • eine Sonnenbrille mit UV-Schutz
  • regelmäßige Aufenthalte im Schatten

Auch die Augen brauchen Schutz. UV-Strahlung kann schmerzhafte Bindehaut- und Hornhautentzündungen begünstigen. Auch Grauer Star kann durch UV-Strahlung gefördert werden. Deshalb sollte die Sonnenbrille im Sommer selbstverständlich dazugehören.

Sonnenschutz für Babys und Kinder

Babys und Kleinkinder brauchen besonderen Schutz. Ihre Haut ist empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Insbesondere Babys und Kleinkinder unter drei Jahren sollten möglichst nicht direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.

Für Kinder gilt: Schatten, hautbedeckende Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille stehen an erster Stelle. Unbedeckte Hautstellen sollten sorgfältig mit geeignetem Sonnenschutz geschützt werden.

Besonders wichtig ist Sonnenschutz auf dem Spielplatz, im Kindergarten, beim Sport, im Freibad, am See und im Urlaub. Kinder vergessen die Sonne schnell, wenn sie spielen. Erwachsene sollten deshalb konsequent mitdenken und Sonnenschutz vorleben.

Sonnenschutz bei empfindlicher oder chronisch belasteter Haut

Bei chronischen Hauterkrankungen ist Sonnenschutz oft ein besonders individuelles Thema. Manche Patienten mit Psoriasis empfinden Sonne als angenehm. Andere reagieren empfindlich, zum Beispiel bei Neurodermitis, Ekzemen, Rosacea, Sonnenallergie oder bestimmten Lichtempfindlichkeiten. Auch manche Medikamente können die Haut sonnenempfindlicher machen.

Wer nach Sonnenkontakt regelmäßig Ausschlag, Juckreiz, Bläschen, Rötungen oder Ekzemschübe entwickelt, sollte das dermatologisch abklären lassen. Häufig lässt sich durch die richtige Produktauswahl, konsequenten textilen Schutz und eine angepasste Hautpflege viel erreichen.

Was jeder selbst für die Haut tun kann

Ein bewusster Umgang mit Sonne muss nicht kompliziert sein. Schon einfache Gewohnheiten helfen, die Haut langfristig zu schützen:

  • Sonnenbäder auf so wenige wie möglich reduzieren
  • der Haut Zeit geben, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen
  • bereits im Frühsommer konsequent auf Sonnenschutz achten
  • am Wasser und bei heller Umgebung besonders sorgfältig schützen
  • Säuglinge und Kleinkinder nicht direkter Sonne aussetzen
  • Kinder bei starker Sonneneinstrahlung hautbedeckend kleiden
  • Sonnenbrille und Kopfbedeckung nicht vergessen
  • nicht ins Solarium gehen
  • Haut regelmäßig selbst beobachten
  • auffällige Hautstellen dermatologisch abklären lassen
  • regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen

Vorbräunen im Solarium ist keine gesunde Vorbereitung auf den Sommer. Auch künstliche UV-Strahlung kann die Haut schädigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen.

Haut selbst beobachten: Wann zum Hautarzt?

Hautkrebs ist häufig gut sichtbar. Deshalb ist die regelmäßige Selbstbeobachtung wichtig. Wer die eigene Haut kennt, bemerkt Veränderungen schneller.

Dermatologisch untersucht werden sollten insbesondere:

  • neu aufgetretene Pigmentmale
  • Muttermale, die sich verändern
  • Wunden, die nicht abheilen
  • raue, schuppige oder blutende Hautstellen
  • auffällige Veränderungen an Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Händen oder anderen sonnenexponierten Bereichen

Nicht jede Veränderung ist gefährlich. Aber jede unklare Veränderung sollte vorsorglich von einem Hautarzt untersucht werden. Gerade bei Hautkrebs kann Früherkennung einen großen Unterschied machen.

Bei allen Fragen rund um die Haut ist die KIRINUS PsoriSol Klinik da

In der KIRINUS PsoriSol Klinik begleiten wir Patienten bei allen Fragen rund um die Haut – ob chronisch oder akut, ob Erwachsene oder Kinder. Je nach Bedarf helfen wir ambulant, tagesklinisch oder stationär. Häufig sind auch kurzfristige Aufnahmen möglich.

Das gilt nicht nur für Fragen zum Sonnenschutz oder zur Hautkrebsvorsorge, sondern auch für chronische Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis, Ekzeme, Allergien oder andere dermatologische Beschwerden.

Fazit: Sonnenschutz ist keine Einschränkung, sondern Hautvorsorge

Sonne gehört zum Sommer. Sie tut gut, hebt die Stimmung und schenkt Energie. Entscheidend ist, bewusst mit ihr umzugehen.

Jetzt, zum Start in den Sommer und kurz vor der Urlaubszeit, ist ein guter Moment, die eigene Sonnenschutz-Routine zu überprüfen: Ist ein geeignetes Produkt vorhanden? Wird genug davon aufgetragen? Sind Hut, Sonnenbrille und textile Schutzmaßnahmen griffbereit? Werden Kinder konsequent geschützt?

Wer die Haut rechtzeitig schützt, ausreichend Sonnenschutz verwendet, Kleidung und Schatten nutzt und Veränderungen ernst nimmt, tut viel für die langfristige Hautgesundheit. Sonnenschutz ist keine Einschränkung des Sommers – sondern eine Voraussetzung dafür, ihn gesund genießen zu können.

FAQ: Häufige Fragen zum Sonnenschutz

Wann sollte man mit Sonnenschutz beginnen?

Sonnenschutz ist nicht erst im Hochsommer oder im Urlaub wichtig. Bereits im Frühling und besonders zum Sommerstart sollte die Haut geschützt werden, wenn die UV-Belastung steigt.

Welcher Lichtschutzfaktor ist empfehlenswert?

In vielen Situationen ist ein hoher Lichtschutzfaktor sinnvoll, vorzugsweise LSF 50. Das gilt besonders bei heller oder empfindlicher Haut, bei Kindern, am Wasser, in den Bergen, beim Sport im Freien und im Urlaub.

Wie viel Sonnencreme braucht man?

Als Faustregel gilt: 1 Teelöffel für Gesicht und Hals sowie 3 Esslöffel für den restlichen Körper. Bei Erwachsenen entspricht das etwa 30 bis 40 Millilitern für eine Ganzkörperanwendung.

Muss man auch bei bewölktem Himmel Sonnencreme verwenden?

Ja. Auch bei leichter Bewölkung kann UV-Strahlung die Haut erreichen. Besonders am Wasser, auf hellen Flächen oder in den Bergen sollte Sonnenschutz konsequent angewendet werden.

Wie oft sollte man nachcremen?

Nachcremen ist besonders wichtig nach Baden, Schwimmen, Schwitzen und Abtrocknen. Auch wasserfeste Produkte sollten regelmäßig erneuert werden. Nachcremen erhält den Schutz, verlängert aber nicht unbegrenzt die Zeit in der Sonne.

Was ist beim Sonnenschutz für Kinder wichtig?

Kinder sollten besonders konsequent geschützt werden. Schatten, hautbedeckende Kleidung, Sonnenhut, Sonnenbrille und geeigneter Sonnenschutz gehören zusammen. Babys und Kleinkinder sollten möglichst nicht direkter Sonne ausgesetzt werden.

Wann sollte man mit einer Hautveränderung zum Hautarzt?

Neue, wachsende, blutende, schuppende, nicht heilende oder sich verändernde Hautstellen sollten fachärztlich untersucht werden. Auch bei Unsicherheit ist eine dermatologische Kontrolle sinnvoll.

Autorin

Dr. med. Clarissa Allmacher
Ärztliche Leiterin und Chefärztin Dermatologie, Fachärztin für Dermatologie und Allergologie